CO₂-Bilanz
Rechtsgrundlage: Richtlinie (EU) 2022/2464 (CSRD) für berichtspflichtige Unternehmen; für alle übrigen freiwillig
Eine CO₂-Bilanz weist die Treibhausgasemissionen eines Unternehmens für einen Zeitraum aus, umgerechnet in CO₂-Äquivalente. Im Fuhrpark entsteht sie aus getankten und geladenen Mengen mal Emissionsfaktor. Das GHG Protocol gliedert sie in Scope 1, 2 und 3.
Zuletzt fachlich geprüft: 21.08.2026
Scope 1 sind die direkten Emissionen: der Kraftstoff, der im eigenen Fahrzeug verbrannt wird. Scope 2 ist die eingekaufte leitungsgebundene Energie — im Fuhrpark der Ladestrom. Scope 3 ist alles Vorgelagerte und Nachgelagerte; für einen Fuhrpark sind vor allem drei der fünfzehn Kategorien einschlägig: die Vorkette des Kraftstoffs und des Stroms, Geschäftsreisen in fremden Fahrzeugen und angemietete Sachanlagen wie Leasingfahrzeuge.
Berichtspflichtig ist bislang nur ein Teil der Unternehmen. Gefragt werden inzwischen deutlich mehr: Wer an einen berichtspflichtigen Konzern liefert, an einer öffentlichen Ausschreibung teilnimmt oder einen Kredit verhandelt, bekommt die Frage nach dem eigenen Ausstoß gestellt — und zwar mit der Bitte, sie zu belegen.
Für diesen Fall hat die EFRAG mit dem VSME einen freiwilligen Standard für nicht berichtspflichtige Unternehmen vorgelegt. Er fragt im Basismodul zuerst nach dem Energieverbrauch in Megawattstunden und erst danach nach den Treibhausgasen. Das ist keine Formalie: Energie hängt an einem einzigen Umrechnungswert je Energieträger, die Emission zusätzlich an der Wahl des Faktors.
Zwei Angaben entscheiden über die Belastbarkeit einer Fuhrpark-Bilanz. Erstens die Datengrundlage: Eine Zahl aus gebuchten Litern und Kilowattstunden lässt sich bis zum Beleg zurückverfolgen, eine aus Kostenbeträgen hochgerechnete nicht. Zweitens die Vollständigkeit — wie viele Buchungen überhaupt eine Menge tragen. Wird stattdessen geschätzt, sieht die Bilanz vollständig aus, ohne es zu sein.
Biogenes CO₂ — etwa aus HVO100 oder dem Biokraftstoffanteil im Diesel — steht nach dem GHG Protocol nachrichtlich neben der Bilanz, nicht darin: Der Kohlenstoff stammt aus dem Kreislauf. Und der biogene Anteil hängt am getankten Produkt, nicht am Fahrzeug; ein Diesel-Pkw, der HVO100 tankt, verursacht nicht die Emission einer Diesel-Betankung.
Das hilft in der Praxis
Verwandte Begriffe
Quellen
- Richtlinie (EU) 2022/2464 (CSRD) im Volltext (EUR-Lex)
- GHG Protocol — Corporate Accounting and Reporting Standard
Diese Seite erklärt Rechtsbegriffe allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung.
FAQ
Häufige Fragen
Muss jedes Unternehmen eine CO₂-Bilanz erstellen?
Nein. Berichtspflichtig nach der CSRD ist bislang nur ein Teil der Unternehmen, für alle übrigen ist die Bilanz freiwillig. Gefragt wird sie trotzdem immer öfter, etwa von Konzernkunden, in öffentlichen Ausschreibungen oder bei Kreditgesprächen.
Was gehört im Fuhrpark zu Scope 1, 2 und 3?
Scope 1 ist der Kraftstoff, der im eigenen Fahrzeug verbrannt wird. Scope 2 ist der eingekaufte Ladestrom. Zu Scope 3 zählen für einen Fuhrpark vor allem die Vorkette von Kraftstoff und Strom, Geschäftsreisen in fremden Fahrzeugen und angemietete Sachanlagen wie Leasingfahrzeuge.
Warum sollte eine Fuhrpark-Bilanz auf Litern und Kilowattstunden beruhen?
Eine Zahl aus gebuchten Mengen lässt sich bis zum einzelnen Beleg zurückverfolgen, eine aus Kosten hochgerechnete nicht. Wichtig ist außerdem, wie viele Buchungen überhaupt eine Menge tragen. Wird stattdessen geschätzt, sieht die Bilanz vollständiger aus, als sie ist.
Zählt biogenes CO₂ aus HVO100 zur Bilanz?
Nach dem GHG Protocol steht biogenes CO₂ nachrichtlich neben der Bilanz und nicht darin, weil der Kohlenstoff aus dem Kreislauf stammt. Der biogene Anteil hängt dabei am getankten Produkt und nicht am Fahrzeug.
Welche Angaben helfen bei der praktischen Organisation zum Thema Verbrauchsauswertung?
Kraftstoff- und Strommengen, Belege und ein einheitlicher Zeitraum helfen, den Vorgang im Zusammenhang zu betrachten. Halten Sie die vorhandenen Unterlagen so fest, dass die zuständige Person sie bei Rückfragen wiederfindet.
Wie bleibt der Bearbeitungsstand bei einer Vertretung verständlich?
Verbinden Sie die vorhandenen Angaben mit den betrachteten Fahrzeugen und den zugrunde liegenden Verbrauchsdaten. Ergänzen Sie Zuständigkeit und offene Schritte. Die Vertretung kann sich so am dokumentierten Stand orientieren.